EDEN — Epigraphische Datenbank Erlangen-Nürnberg
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Zitationshinweise

  • für Originalinschrift, deutsche Übersetzung, Regest, Kommentar sowie Metadaten: Boris Dreyer
  • für englische Übersetzung: Marvin Holdenried

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Die Pax Augusta - Augustus im ionischen Metropolis

Bei seiner Grabung in Metropolis hat Recep Meriç Texte von großem historischen Interesse für das frühe Prinzipat freigelegt; die Steine fanden sich im Theater, im Buleuterion und im Vereinshaus der Presbyteroi. Die Texte zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass es der politischen Propaganda gelungen war, auch die Menschen in kleinen Städten des Ostens für die Idee der pax Augusta zu gewinnen.

 

Nach seinen militärischen Erfolgen hatte Augustus seinen Gegnern, soweit sie darum baten, die Hand zur Versöhnung gereicht („victorque omnibus veniam petentibus civibus peperci“, res gestae cap. 3; cf. cap. 34[1]). Er versuchte damit die Gräben, welche der Bürgerkrieg aufgeworfen hatte, zu überwinden. Seine Fähigkeit sich mit seinen Gegnern zu versöhnen war eine entscheidende Voraussetzung für die anbrechende Epoche des Friedens.

Eine solche Haltung wurde nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges erwartet. Gleich nach der Niederlge bei Actium versorgte Marc Anton seine Gefolgsleute mit Geld und riet ihnen, auf dem Burgberg von Korinth bei seinem Vertrauten Theophilos solange auszuhalten, bis es ihnen gelungen sei, Caesars Milde zu erreichen (Plutarch, Anton. 67,3 (I 947 d): γράψας πρὸς Θεόφιλον τὸν ἐν Κορίνθῳ διοικητήν, ὅπως ἀσφάλειαν ἐκπορίσῃ καὶ ἀποκρύψῃ τοὺς ἄνδρας ἄχρι ἂν ἱλάσασθαι Καίσαρα[2].

Metropolis hat die versöhnende Kraft des neuen Machthabers geradezu als eine göttliche Macht empfunden und sie mit zwei Altären im Theater und im Rathaus gewürdigt (zur Dankbarkeit der Bewohner s.a. Kommentar zu Kalenderdekret nr. 32). Wie die gesamte Provinz Asia hatte auch diese Stadt (vgl. die Ehrung für Balbus, s.u. nr. 52) unter den Bürgerkriegen gelitten, als die kriegführenden Parteien den Osten aussagten, nachdem Italien ausgeblutet war, und das Gesetz allenthalben dem Schwert und der Willkür gewichen war. Der versöhnenden Kraft des Augustus war es zu danken, dass das Leben des Einzelnen wie der Städte wieder einen sicheren, geordneten Gang fand, im Osten wie im Westen: ego nec tumultum / nec mori per vim metuam tenente / Caesare terras (Horaz, carm. III 14).

Das Adjektiv ἱλαστήριος ist im Alten Testament und bei christlichen Autoren geläufig, dagegen begegnet man diesem Wort in der nichtchristlichen antiken Literatur nur selten.

 



[1] Quo pro merito meo senatus consulto Augustus appellatus sum et laureis postes aedium mearum vestiti publice coronaque civica super ianuam meam fixa est et clupeus aureus in curia Iulia positus, quem mihi senatum populumque Romanum dare virtutis clementiaeque et iustititae et pietatis causa testatum est per clupei inscriptionem. Vgl. auch die Aufschrift auf Münzen „ob cives servatos”. – Lat. Lexikon zu propitius: geneigt, gnädig, gütig, gnädig gesinnt; a) von Personen, insbes. von den Göttern (viele Belege); etwa Livius 1,16 und Weißenborn zu dieser Stelle; von Menschen, alqm pr. facere Plautus, ähnlich Terenz (wenig Stellen). b) von Sachen, pax - propitio flumine - auribus propitiis accipitur.

[2] Vgl. Cato Minor 61,3 (I 789e scheint ins Jahr 46 v.Chr. zu gehören; cf. Caesar, b. Afr. 88,2).