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  • für Originalinschrift, deutsche Übersetzung, Regest, Kommentar sowie Metadaten: Boris Dreyer
  • für englische Übersetzung: Marvin Holdenried

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Gottheiten
Götternamen
Ares
Kommentar:

Der Ares-Staatskult in Metropolis (Ionien): Areslisten, Einleitung

Lange war die Stellung der Gottheit Ares im Pantheon der Stadt umstritten. Die Numismatiker waren unentschieden, ob auf den Münzbildern der Stadt die Person in Helm und Panzer mit einer Lanze in der Rechten und einem Schild in der Linken Ares oder einen römischen Kaiser darstellen sollte[1]. Josef Keil fand jedoch drei Fragmente einer Säule mit Kultpersonallisten auf der Akropolis der Stadt[2], nur der erste einer Reihe gleichartiger Listen in der späteren Zeit, besonders seit den systematischen Grabungen unter der Leitung von Recep Meriç in der Stadt[3]. Die Listen folgen immer demselben Schema: Zuerst kommt der Priester des Ares, es folgen: Priesterin, Diener und Odrogos. Schon nach den ersten epigraphischen Funden konnte an der Identität der Gottheit auf den Münzen kein Zweifel mehr bestehen.

Recep Meriç hat über die Lage des Tempels auf der Akropolis gehandelt und die inschriftlichen und numismatischen Zeugnisse dieses Kultes neu aufgenommen[4]. Während an der Lage des Tempels des Ares auf der Akropolis kaum noch gezweifelt werden kann, sind trotz intensiver Grabungen die Substruktionen des Tempels immer noch nicht zum Vorschein gekommen. Wir wissen nur, dass im Eingangsbereich die Kultgesetze aufgezeichnet waren, und dass es einen den Tempel umgebenden heiligen Bezirk (ἱερὸς τόπος) gegeben und sich im Tempel das Stadtarchiv befunden hat[5]. Unzweifelhaft sind weiter die zentrale Bedeutung und das Ansehen des Areskultes in der Stadt[6].

Geehrte bedankten sich bei dieser Gottheit mit einem Opfer[7]. Kultdiener und Priester ließen sogar auf ihrem Grabstein ihr Engagement im Kult aufzeichnen[8]. Mitunter waren Priester (nr. 72 und 89: Pherekles, S.d. Skymnion) und Priesterinnen mehrfach tätig: Die Priesterinnen Stratonike (nr. 72, 77), Ammion (nr. 79) und Hypora (nr. 80, 81) versahen ihr Amt, als Männer ihrer Familie kurz hintereinander die eponyme Leitung innehatten. Stolz verwies man auch auf den Kultpersonallisten darauf, wenn über Generationen Familienmitglieder Priester stellten (nr. 83, vgl. nr. 71) und setzte einen Palmzweig, der einem bei Ehrungen zustand, unter die Liste (nr. 84).

Die Amtszeit eines Priesters war auf ein bürgerliches Jahr ausgerichtet. Der Arespriester war nämlich als Oberhaupt des wichtigsten Kultes der Stadt vermutlich eponymer Magistrat. Das Kultpersonal stand in der öffentlichen Aufmerksamkeit[9]. Der Dienst war also attraktiv, selbst wenn er dem Inhaber der Priesterstelle einiges kostete, und zwar die Ausrichtung der Feste, die Opfer[10] und nicht zuletzt den Unterhalt des ,Fachpersonals’. Daher setzten sich insbesondere die begüterten Familien in diesem üppig ausgestalteten Kult ein[11]. Es liegt nicht ein Fall vor, in dem auch die Position der Priester und der Kultdiener von einem Sklaven bekleidet worden ist.

Die Listen zeigen, dass der eponyme Priester seine Familienmitglieder in die Kultpositionen brachte (z.B. nr. 72 und 77, nr. 79, nr. 80 und 81). Die Konzentration der Kultaufgaben in der Hand einer Familie diente einem doppelten Zweck: Der eponyme Priester konnte die Kultaufgaben, für deren Aufwand er vornehmlich selbst aufkam, mit den eigenen Familienmitgliedern oder Nahestehenden effektiv erfüllen. Und er konnte sich und die eigene Familie vor dem städtischen Publikum präsentieren. Die Kultdiener unterstützten den (oft verwandten) Priester bei seinen Verpflichtungen, etwa beim Vorbereiten der Kultmahlzeiten[12]. Die zweite Position hatte die Priesterin inne. Wahrscheinlich war ursprünglich der einheimische Gott, der von den ankommenden Griechen mit Ares geglichen wurde, in einer typischen Zweiheit verehrt worden, als Götterpaar, für das ein Priesterpaar zuständig war. Mit der Zeit ist die weibliche Gottheit weggefallen. Die Münzbilder der Stadt zeigen die Stadtgottheit Ares aber auch mit Begleitern, die vielleicht weiblich waren[13]. Auch hält die namengebende Gottheit Meter, die große Mutter (bzw. Tyche), für die ein Kultgesetz, das vermutlich älter als die Stadt selbst ist, erhalten ist (nr. 61), die Schutzgottheit Ares, die inschriftlich als θεὸς πρὸ πόλεως (nr. 85), als Verteidiger der Stadt, bezeichnet wird, in der Hand[14]. Diese Stellung des Ares als Schutzgottheit ist singulär[15]. Auf den genannten Münzbildern lassen sich vermutlich die alten Gründermythen des ursprünglichen Götterpaares greifen, die für die Einwohner noch bis in die Kaiserzeit identifikationsstiftend waren. So sehr diese Mythen die Zeitgenossen über Jahrhunderte verpflichteten, für uns heute sind sie dagegen kaum mehr rekonstruierbar.

Die Priesterin entstammte oft der agnatischen Linie des eponymen Priesters und drückte dann ihr Verwandtschaftsverhältnis zum Priester in den Kultlisten aus. Danach konnten zwar Schwester (nr. 74, nr. 76, nr. 78?, nr. 80 und 81, nr. 89), Mütter (nr. 67, nr. 79, nr. 82, nr. 83, nr. 85), Töchter (nr. 71, nr. 91?) und Tanten (nr. 84), nie aber die Gattin – vermutlich aufgrund eines Kultgesetzes – zur Priesterin gekührt werden.

Beide Priester hatten Diener, mindestens zwei (nr. 66), wie es scheint, höchstens aber neun (nr. 69). Meist waren es 4 Diener (nr. 63, 68, 71, 74, 75, 76, 77, 84, 86). Es folgen Listen mit drei (nr. 80, 81, 82, 83), fünf (nr. 64, 67, 73, 79) oder sechs Dienern (nr. 72). Eine weibliche Dienerin konnte alleine für die Priesterin eingestellt sein, die dann mitunter auch unter einer eigenen Rubrik explizit in den Listen angeführt wurde (διάκων: nr. 80-83; διάκονος: nr. 74, 79, 84, 85) oder nur eingereiht war (nr. 67, 69, 73, 76). Die Priesterin hat auf ihre Dienerin auch mitunter verzichtet (nr. 63, 64, 66, 68, 71, 72, 75, 77, 86).

Die Odrogoi waren Spezialisten, Zeremonienmeister, die in jedem Jahr bestellt wurden (mit Ausnahme von nr. 63, 68 und 75). Sie kommen daher nicht für die anderen Kultpositionen in Frage. Die Bezeichnung ist nicht-griechisch, also ein Relikt aus der vorgriechischen Zeit dieses Kultes für den ursprünglich einheimischen Gott. Über seine für den Priester und die „weltlichen” Magistrate der Stadt so wichtige Arbeit[16] wissen wir durch sein ephesisches Pendant, den Hierophanten: Die Zeremonienmeister, auch der Odrogos, kannten sich in dem Festkalender aus, wussten, wie die Gottheit durch Gebete gewogen gemacht werden konnte, wo sich die Altäre auf dem Gebiet der Stadt befanden, welche Opfer wann zu bringen waren, was sie bedeuteten. Die Odrogoi wurden von dem Priester ausgehalten, der wie die anderen Kultdiener kein Spezialist war. Das genannte Wissen wurde in der Familie weitergetragen. Einzelne Odrogoi waren in mehreren Jahren tätig, wie Protogenes, Sohn des Hagnus: nr. 67 und 74. Zwei Familien mit diesem Spezialwissen, das sie für diese Position qualifizierte, können wir fassen: Diejenige des Serapas und des Artemas. Die Brüder Serapas (nr. 69, 70, 72, 73, 88) und Philiskos (nr. 65, 96?[17], in Liste nr. 75 als Diener!), beide Söhne des Eukles, und der Sohn des Serapas, Serapas (nr. 76, 79; zweimal ein Odrogos Serapas, S.d. ? in nr. 102 und 103), sowie Vater Artemas und Sohn Attalos (nr. 64, 77, 94[18]) hatten diese Position inne. Um die Zeitenwende waren die Inhaber dieser Position auf jeden Fall, wie alle anderen Kultdiener und Priester, freie Vollbürger. Mitunter waren auch Sklaven (später) als Odrogoi tätig: Alexandros (nr. 80, 81, 82, 86) und Tychikos (nr. 83, 84). Augenscheinlich war es möglich, dass die Odrogoi auch in anderen Kulten tätig waren: Dies ist für Alexander, der im Kult des Zeus Krezimos diente, belegt (nr. 109, 110 und 113). Alexander war mithin nicht nur in den Zeremonien für Ares, sondern auch für Zeus Krezimos hinreichend ausgebildet. Es ist nicht klar, ob diese Tätigkeit in verschiedenen Kulten auf bestimmte Zeiten beschränkt und dann nur für Sklaven möglich war.

Mehrheitlich entstammte das Kultpersonal, Diener wie Priester, aus der „besseren” Gesellschaft. So ergeben sich prosopographische Bezüge zu anderen Dokumenten der Stadt, in denen Familienmitglieder prominent auftreten (s. a.l.). Oft treten Geschwister als Kultdiener auf, im selben Jahr (z.B. nr. 82 und 83) oder in Folgejahren (nr. 63, nr. 72 und 73), auch mit Bindungen zu anderen Kulten – wie im Falle der Elpis (nr. 76) und des Menekration, Sohn des Eilamoas (nr. 79). Nicht selten waren die Priester und ihre Familienmitglieder römische Bürger, als Priester: Publius Plancius, Vibia  Nepsis, Claudius Nicephorus, Claudia Trophime, Flavius Damas und Polla, Tochter des Quintus, (nr. 63, 69, 82, 83, 95), als Diener: Claudia Trophime, Taurus Plancius, Sextidius Reginus, Flavia Polliane, Flavius Zoticus und Aurelius Menecrates (nr. 69, 73, 82, 83, 84). Meistens handelt es sich um naturalisierte Römer, die in Metropolis geboren worden sind. Aber auch gebürtige Italiker bzw. Römer haben sich in der Stadt niedergelassen[19], die an einer wirtschaftlich wichtigen Verkehrsstrasse und nahe bei der Metropole Ephesos lag.

Häufig ahmten Mitglieder des Kultpersonals das römische tria nomina Namenssystem nach[20], indem sie sich einen Beinamen beilegten[21]. Solche Zweitnamen finden sich in den Listen nr. 69 (Ἀβάσκαντος Φαύστου Ἀθηναγόρας), nr. 77 (Διογένης Φερεκλέους Φερεκλῆς), nr. 78 (Μηνίων Ποσιδίππου Ποσίδιππος), nr. 79 (Ἡρακλείδης Ἡρακλείδου Τρόφιμος) und nr. 91 (Μενεκρατίων ΛΕΟ̣[ - ]λου Διογένης). Die Träger dieser Namen waren ehrgeizig – sie wollten das sein, was die römischen Bürger bereits waren. Ihr Name ist Ausweis dafür.

Einige Familien hatten dagegen ihren Kindern lateinische bzw. römische Namen vergeben, die inzwischen einheimisch geworden waren. Dazu gehören die Namen Faustus und Rufus nr. 69, Auctus nr. 73, Firmus nr. 84, Titus nr. 86, Paulinus nr. 93 und 102.

Häufig finden sich jedoch auch sog. Kose- und Lallnamen, Namen der Kinderstube[22], die allen Sprachen gemein sind[23], Namen wie: Paparion nr. 63-64, 80, 98; Ammion nr. 68; Annion nr. 79; Ap(p)hion nr. 69, nr. 80+81, nr. 91; Amas nr. 75; An(n)onos nr. 86; Papylos nr. 71: „Les noms indigènes (in Apameia) sont essentiellement de ces ‘Lallnamen’, d’origine indigène, mais que l’on peut dire d’apparence internationale, ayant leur semblables ou leurs parallèles en toute langue (cf. par ex. Hellenica VI 90:ils (sc. die Lallnamen) n’etaient, aux yeux de Grecs ou de Romains, nullement exotiques), comme Amia, Apfia, Tata, Tatia, Appas …[24].

Obwohl der Areskult für die Stadt so bedeutsam war, haben die Bürger, auch die Familien, die den Kult des Ares betreut hatten, ihre Kinder nicht nach diesem Gott benannt. Die unerreichbare Heiligkeit dieses Gottes mag ein Grund dafür sein, ein Phänomen, dem man häufiger begegnet. Darüber hinaus wurde gerade der Ares-Name generell selten vergeben[25].

Die meisten erhaltenen Listen waren auf Säulen des Arestempels in Sehhöhe – die Fragmente mit den Listen haben einen ähnlichen Durchmesser – aufgezeichnet worden. Einige wenige Listen standen auf Stelen im heiligen Bezirk des Ares. Ihre Anfertigung war teuerer, da die Stele extra auf die Akropolis transportiert werden musste, während die Säulen schon dort standen. Entweder war der Geltungsanspruch des Priesters dementsprechend hoch oder kein Platz auf den Säulen in Sehhöhe verfügbar.

Die meisten Listen gehören in spätrepublikanische bzw. augusteische Zeit (nr. 63-79, nr. 85). Indizien für die frühe Zeit ist die Schreibweise der Priesterin. In acht Listen findet man sicher belegt die Schreibung ἱέρηα anstelle des gewohnten ἱέρεια. In den attischen Inschriften wird altes -ει- vor Vokal in einem Zeitraum, der von etwa 50 vor Chr. bis Kaiser Nero reicht, mit -η- gegeben[26]. Man darf wohl auch die acht Listen aus Metropolis in dieselbe Zeit setzen; es handelt sich um die Nummern 64, 66, 68, 71, 75, 78, 92, 95[27].

Ein Text entstammt dem frühen dritten Jahrhundert n. Chr. (nr. 84), weil dort ein Aurelier Priester ist. Die Liste nr. 83, in der keine Aurelier-Namen erscheinen, die aber über den Odrogos Tychikos an nr. 84 gekoppelt ist, gehört wohl an das Ende des zweiten Jhd. n. Chr.

Viele der weiteren Listen lassen sich über prosopographische Argumente zuordnen: Zu einer Spenderliste vom Anfang der römischen Kaiserzeit existieren prosopographische Verbindungen[28]. Ebenso liegen familiäre Verbindungen zum Personal anderer Kulte vor, so etwa zum Kult der Zwölfgötter[29].

Die Namen der Odrogoi oder anderer Kultmitglieder erlauben die zeitliche Zuordnung: Folglich ist die Liste nr. 86 mit dem Odrogos Alexandros (s.a. nr. 80-82) und dem Diener Alexandros S.d. Zeuxios von den Listen mit dem Odrogos Serapas, S.d. Serapas, zeitlich nicht weit entfernt, weil in einem anderen der Dienstjahre des Serapas, S.d. Serapas, als Odrogos (nr. 76) Alexandros, S.d. Zeuxios, eponymer Priester ist. Diese Listen, einschließlich derjenigen mit Serapas, S.d. Serapas (nr. 79 sowie vielleicht 102, 103), sind nur eine Generation jünger als die Listen mit dem Odrogos Serapas, S.d. Eukles, und Philiskos, S.d. Eukles (nr. 65, 69, 70, 72, 73, 75, 88, 96). Ihre Amtszeiten sind über die eng verwandten Texte (nr. 72 und 77) zeitlich nahe zu den Listen mit dem Odrogos Attalos, S.d. Artemas (nr. 77). Letzterer, Artemas, ist ebenfalls mit auf Kultlisten als Odrogos belegt, eine Generation früher (nr. 64, 94). Mitunter helfen darüber hinaus Schriftkriterien bei der näherungsweisen Datierung[30].

Die Listen sind fortlaufend nummeriert, gegliedert nach Schriftträgern, meist die Säulen des Tempels, mitunter Stelen im Bereich des heiligen Bezirks.



[1] S. L. Robert, Hellenika 7, Paris 1949, S. 70-3. – Z.B. Num. Chron. 1937, S. 175, nr. 10; SNG v. Aulock nr. 2068; 7925.

[2] Josef Keil – Anton von Premerstein, Bericht über eine Reise in Lydien und der südlichen Aiolis. Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-Historische Klasse, Band 53, Wien 1908, S. 101-111 (Metropolis in Ionien), bes. nr. 155, S. 104-105; J. Keil, Bericht über eine dritte Reise in Lydien und den angrenzenden Gebieten Ioniens, Wien 1914, S. 104-105, nr. 155.

[3] Die meisten Funde sind erst nach der Veröffentlichung des Corpus (IK 17,1: 1981) gemacht worden.

[4] Meriç 1982, S. 18, 22; inschriftliche Belege zum Arestempel: S. 51-52, nr. 2; Münzen mit Nachweis des Areskultes S. 56-58. Den Bestand der Prägungstypen von Metropolis aus der Zeit vor Augustus sind jetzt von Ph. Kinns, The Pre-Imperial Coinage of Metropolis in Ionia, Numismatic Chronicle 164, 2004, S. 83-93, präsentiert wirden. – Zum Arestempel und Staatskult s.a. die weiteren Veröffentlichungen R. Meriçs über den Fortgang der Grabungen: Metropolis. Excavations: The first Five Years 1990-1995, o.Ort 1996, S. 33; Metropolis. City of the Mother Goddess, Istanbul 2004, S. 50, 73, 111-113. Zur politischen Bedeutung des Areskultes (vornehmlich über die Funktion der eponymen Priester) s. Dreyer – Engelmann 2003, S. 14-18, und bes. dieselb. 2009, S. 161-176.

[5] IK 17,1, 3418a, Z. 9-11, hier nr. 62. Auf der Inschrift nr. 48 steht: ἀναδοθήτω δὲ τοῦδε τοῦ ψηφίσματος τὸ ἀντίγραφον εἰς τὸ ἀρχεῖ[ον] τοῦ Ἄρεως.

[6] Engelmann 1993, S. 171-176; vgl. zur Bedeutung des Ares bei den Griechen: Burkert 1977, S. 262-264; zur Bedeutung des Ares in hellenistischer Zeit allg.: A. Chaniotis, War in the Hellenistic World, Malden, MA – Oxford – Victoria (Aus.), 2005, S. 144-146.

[7] IK 63, Text B, Z. 38-40.

[8] Etwa durch die Eingravierung eines Areshelmes: IK 17,1, nr. 3454a=nr. 180, s.a. nr. 71 und 84.

[9] IK 63=Inschr. Metropolis I, A Z. 1-2; vgl. Engelmann 1999, S. 139, nr. 2, Z. 3-4.

[10] Beispielsweise haben die Angehörigen einer ephesischen Artemispriesterin alle Ausgaben, die das Priesteramt mit sich brachte, aus ihrem Vermögen bezahlt, I.v.E. 997. 

[11] Engelmann 1993, S. 174-175.

[12] Belege gesammelt bei F. Poland, Geschichte des griechischen Vereinswesens, Leipzig 1909, S. 391.

[13] Engelmann 1993. SNG v. Aulock nr. 2067.

[14] SNG v. Aulock nr. 2070.

[15] Tempel für Ares in der Stadt sind häufiger – wie etwa in Halikarnass, Burkert 1977, S. 262f., oder auf Kreta in Biannos: Rigsby, Asylia, 1996, nr. 146, Z. 11; nr. 156, Z. 24, oder erst spät in Athen in augusteischer Zeit. Die Haupt- und Schutzgottheit war Ares aber sonst nirgends.

[16] "wegen seiner Erfahrung und der Bedeutung seines Dienstes" zum Geschenk (διὰ τὴν ἐνπειρίαν καὶ τὸ μέγεθος αὐτοῦ τῆς ὑπαιρεσίας, I.v.E. 10, Z. 17-22.

[17] Dort kann man in Zeile 8 ergänzen [οδρογος· Φιλίσκος oder Σεραπᾶς Ε]ὐκλέ[ους.

[18] Dort kam man in Zeile 3-4 ergänzen [οδρογος· Ἀρτε]μᾶς Ἀττά[λου.

[19] Personen mit römischem Bürgerrecht s.a.: IK VII 1, 3422; 3440?; 3447; 3448; 3449; 3462; 3459; 3465; 3467; 3472; 3476; 3482 (nr. 176); Inv. 1401=nr. 146: M. Aurunceius Philero, M. Aurunceius Pamphilus; Grabmal für Tib. Claudius Bacchylos, nr. 169. – Eine neue Weihung des Aulus Granius Bassus ist in Metropolis erhalten, der aus einer Kaufmannsfamilie stammte, die in Puteoli und Delos belegt ist, nr. 122.

[20] Vgl. den Priester des Germanicus: Dreyer-Engelmann 2006, S. 173-182, bes. 174-175=nr. 27.

[21] Vgl. J.G. Milne, The use of cognomina at Smyrna, Num. Chron. 1924, S. 316-318; G. Klaffenbach, Griech. Epigraphik 1957, S. 55; J.-L. Robert, Bull. Épigr. 1958, 16, S. 179 unten; R. Merkelbach, ZPE 22, 1976, S. 201 = Philologica. Ausgewählte Kleine Schriften, 1997, S. 222.

[22] Zum „großen Schiffbruch“, den das familiäre Vokabular der Griechen in der Überlieferung erlitten hat, s. die schöne Notiz von L. Robert, Noms indigènes dans l’Asie Mineure gréco-romaine, Paris 1963, 578 Anm. 1.

[23] So trifft man etwa Anna als Bezeichnung der Großmutter sowohl in lateinischem wie illyrischem, griechischem, hebräischem und kleinasiatischem Sprachgut, vgl. L. Robert, Les stèles funéraires de Byzance gréco-romaine, Paris 1964, S. 141

[24] L. Robert, Noms indigènes dans l'Asie Mineure gréco-romaine, Paris 1963, S. 348.

[25] E. Sittig, De Graecorum nominibus theophoris, Diss. phil. Hal. 20, 1912, 116.

[26] Vgl. Meisterhans-Schwyzer, Grammatik der attischen Inschriften (Nachdr. Olms 1971) S. 47-8; L. Threatte, The Grammar of Attic Inscriptions. I Phonology (1980) 203.

[27] Die Schreibung findet sich demnach auch bereits in den Fragmenten, die Keil auf der Akropolis gefunden hatte, s.u. IK 17, 1 nr. 3417=nr. 92-100.

[28] Z. B.: Nr. 74: Amemptos S.d. Apellas ist mit Apellas Archelaou aus der Spenderliste verwandt: ZPE 125, 1999, nr. 2 (=nr. 20), Z. 21, sowie mit Archelaos Archelaou Pythes, nr. 24, verwandt. – Nr. 77: Asklepiades, S.d. Asklepiades, hat verwandtschaftliche Bindungen zu Asklepiades, dem Vater des weiblichen Gymnasiarchen Alexandra Myrtos: ZPE 125, 1999, nr. 2 (=nr. 20), Z. 6+13.

[29] Über Elpis in nr. 76 zu: IK VII 1, nr. 3418 (2 Listen); über Claudia Trophime und Claudius Nikephorus (nr. 69 und 82) zum Kult des Zeus Krezimos IK VII 1, nr. 3415.

[30] So bemerkt J. Keil zu den Fragmenten IK 17, 1, nr. 3417=nr. 92-100: „(Die Inschriften) rühren von verschiedenen Händen her, zeigen jedoch nicht allzu sehr abweichende Schriftformen und dürften zum Teil dem ersten Jahrhundert vor Chr., zum Teil der frühesten Kaiserzeit angehören” (Bericht über eine dritte Reise, Wien 1914, S. 104/5, nr. 155). Dieser Befund stimmt mit der für diese Zeit spezifischen Schreibweise der Priesterin überein (s.o.), die auch in den Fragmenten 3417 vorkommt.